10.12.2006

Interview: "Es war einfach meine Woche"
Warum lief es so gut? Was sagt der Sieg bei der Junioren-Weltmeisterschaft aus? Wie wichtig ist die Nummer eins Position im internationalen Jugendranking – vor Tamira Paszek?

Niki, du hast gerade die Orange Bowl, eines der wichtigsten Jugendturniere der Welt, gewonnen. Wie fühlst du dich? Viele Orangen hab ich bekommen ... Im Ernst: Ich bin natürlich sehr glücklich. Es ist mein bisher größter Erfolg. Was ist dir im Finale vor dem Matchball im durch den Kopf gegangen? Nichts Besonderes. Ich hab mir wie bei jedem anderen Matchball gedacht: Spiel weiter wie bisher. Was war nach dem Matchball? Ich hab die Hände in die Höhe gerissen und bin in die Luft gesprungen. Dann bin ich zum Papa gelaufen und hab ihn umarmt. Deine Auslosung war ja wirklich hart: Cirstea, eine Top 400-Dame, ITF Top 10-Spielerinnen wie Cohen oder Milevskaya. Hast du dir vor Turnierbeginn gedacht, dass der Sieg hier möglich ist? Ich hab eigentlich nur von Runde zu Runde geschaut. Ich bin jedes Mal auf den Platz gegangen und wollte mein Spiel spielen, viel Druck machen. Was anderes muss mich nicht interessieren.

Mischte die Großen auf: Niki Hofmanova.
Was hast du in dieser Woche besser gemacht als sonst? Es war einfach meine Woche. Ich hab aggressiver gespielt als sonst, es ist einfach perfekt gelaufen. Was hat den Unterschied zu den anderen Spielerinnen diesmal ausgemacht? Spielerisch waren hier alle meine Gegnerinnen gleichgut, ich hab in jedem Match einen Siebener stehen gehabt. Den Unterschied hat wahrscheinlich der Siegeswille ausgemacht. Ich wollte unbedingt gewinnen! Wie geht’s dir nach Siegen über solche Top-Leute? Ich hab gesehen, dass ich mit jedem hier mitspielen kann. Das ist schon eine große Befriedigung für mich. Ich denke, dass ich schon das Niveau von den Top 500 Damen habe. Ein Damenranking von unter 500 ist ja ein von deinem Trainer Jan Kukal definiertes Ziel für 2007. Dein zweites, den Einzug in die Top 10 der Jugendweltrangliste, könntest du ja schon nächste Woche geschafft haben. Muss man da neue Ziele definieren? Das weiß ich nicht. Schauen wir einmal ob sich die Top 10 dann wirklich ausgehen. Aber wichtiger ist, dass ich weiter gut spiele und mich weiter verbessere. Du wirst nächste Woche Tamira Paszek als Österreichs Nummer eins der Juniorinnen ablösen. Wie wichtig ist dir das? Absolut egal. Vor ein paar Wochen bei deinem jährlichen Sponsoren-Meeting hast du gesagt: "Wenn ich mich nicht verletzte, werde ich eine Topspielerin!" Bist du das jetzt schon? Ich bin vielleicht eine Topspielerin unter den Juniorinnen. Aber ich kann mich natürlich noch in allen Belangen verbessern. Und das muss ich auch, wenn ich eine Topspielerin unter den Damen werden möchte.

Interview: Peter Robic

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